ZSG feiert erste Dampfschiffkapitänin der Schweiz

ZSG feiert erste Dampfschiffkapitänin der Schweiz

Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft darf sich über die erste Dampfschiffkapitänin der Schweiz freuen. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung übernimmt mit Manuela Balàzs (43) nun erstmals eine Frau das Ruder der beiden nostalgischen Raddampfer auf dem Zürichsee.

Zürich, 13. September 2016 – Seit Freitagmittag ist es offiziell – die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) darf die erste Dampfschiffkapitänin der Schweiz feiern. Nach erfolgreicher Prüfung durch das Bundesamt für Verkehr ist Manuela Balàzs nun stolze Inhaberin des B-III-Ausweises, der zur Steuerung von Dampfschiffen im konzessionierten Kursverkehr befähigt. «Wir sind sehr stolz, dass mit Manuela nun erstmals eine Frau am Steuer unserer historischen Dampfschiffe steht», freut sich ZSG-Direktor Roman Knecht.

Seit 19 Jahren ist Balàzs bei der Zürichsee Schifffahrt tätig. Damals wusste die gelernte Malerin zunächst nicht, was sie erwartet. Schnell fand sie jedoch Gefallen daran, im Winter in der Werft zu arbeiten und im Sommer auf dem See unterwegs zu sein. Im nautischen Dienst durchlief sie die Stationen Matrose, Kassier, Bootsführerin und Schiffsführerin bis zur Kapitänin. 2015 dann der Wunsch, auch noch die letzte Sprosse der ZSG-Karriereleiter zu erklimmen.

Enges Vertrauensverhältnis zwischen Kapitän und Mannschaft
«Ein Dampfschiff ist noch einmal etwas ganz anderes», sagt die 43-jährige. Vor allem im Hinblick auf den Zusammenhalt der Crew. Anders als auf einem Motorschiff, auf dem der Kapitän alle Manöver selbst ausführt, erteilt der Dampfschiffkapitän sämtliche Befehle über ein Sprachrohr in den Maschinenraum, wo sie von den beiden Maschinisten umgesetzt werden. Ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen Kapitän und Mannschaft ist das A und O. «Wir müssen uns blind vertrauen», betont Balàzs.

Während der Prüfung musste die angehende Dampfschiffkapitänin verschiedenste Rollenübungen wie beispielsweise Mann über Bord, Radar-Ausfall und Notsteuer sowie das Anlaufen schwieriger Schiffstationen meistern. Besonders haarig: Fahren bei unsicherem Wetter. «Da wurden die Rollladen heruntergezogen und ich bin praktisch im Dunkeln nur nach GPS, Kompass und Radar gefahren», erzählt Manuela Balàzs. Ebenfalls geprüft wurden die Schiffskenntnisse – etwa das Funktionieren der Maschinen oder die Aufbewahrung des Rettungsmaterials.

«Die Freiheit ist das Schönste an meinem Beruf»
Nach rund vier Stunden die erlösende Nachricht: Prüfung bestanden! Jetzt freut sich Manuela Balàzs auf die ersten Fahrten als Dampfschiffkapitänin. In der laufenden Saison möchte sie noch so viel Praxis wie möglich erlangen. «Dampfschiff fahren ist eine grosse Verantwortung. Je genauer man das Schiff und den See kennt, desto besser.» Über Winter kehrt sie dann in ihren Job als Malerin zurück, wird nur ersatzweise im Schiffsdienst eingesetzt. Die Abwechslung, die beide Jobs mit sich bringen, gefällt ihr. Doch das Schönste an ihrem Beruf: «Die Freiheit. Man trägt eine grosse Verantwortung, aber auf dem See ist man sein eigener Chef.»

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