Unfallursache weiterhin ungeklärt – ZSG investiert in Sicherheit

Unfallursache weiterhin ungeklärt – ZSG investiert in Sicherheit

Fünf Jahre nach der Kollision des Motorschiffs Albis mit dem Schiffsanlegesteg in Küsnacht hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) heute ihren Schlussbericht veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass die Unfallursache nicht abschliessend geklärt werden konnte.  Ungeachtet dessen hat die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) ihr Ausbildungs- und Sicherheitskonzept umfassend überarbeitet.

Dem SUST-Bericht ist zu entnehmen, dass nicht abschliessend geklärt werden konnte, ob rein technische oder rein menschliche Faktoren zum Unfall geführt haben. Der Unfall ist weiterhin Gegenstand einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft.

Erwartungsgemäss hat der SUST-Bericht ergeben, dass die ZSG alle relevanten gesetzlichen Vorgaben eingehalten hat. Insbesondere hatten die involvierten Mitarbeiter:innen die vorgeschriebenen Prüfungen absolviert und bestanden. 

Umfassende Erneuerung des Sicherheitskonzeptes erfolgt
Ungeachtet der noch ungeklärten Unfallursache hat die ZSG in den letzten fünf Jahren ihr Ausbildungs- und Sicherheitskonzept grundlegend überarbeitet und weiterentwickelt. Insbesondere wurde das Ausbildungs- und Prüfungsreglement erneuert, das Notfallkonzept angepasst, der Wissens- und Erfahrungsaustausch unter den Mitarbeitenden vertieft und die Sensibilisierung und Dokumentation hinsichtlich technischer Störungen und Fehlermeldungen verbessert. 

Steuerstandwechsel tausendfach ausgeführt
Im Zusammenhang mit den Risiken, welche der SUST-Bericht als mögliche Unfallursachen aufführt, legt die ZSG Wert auf folgende Präzisierungen:

  • Die Schiffsführer:innen unterliegen keinem unverhältnismässigen Fahrplandruck. Um den Fahrgästen ein entspannteres Erlebnis auf dem See zu bieten und den Dieselverbrauch und somit auch den CO²-Ausstoss zu senken, hat die ZSG sogar die Fahrplangeschwindigkeit reduziert.
  • Das BAV schreibt keine Rollenübung «Störung / Ausfall der Motorensteuerung» vor. Der gleichzeitige Ausfall aller drei redundanten Steuerstände eines Schiffes ist technisch gesehen sehr unwahrscheinlich, wird aber dennoch in der Ausbildung zum Schiffsführer im Fliessgewässer (Limmat) intensiv trainiert. Der Ausfall der Steuereinheit hingegen ist eine Situation, die jeder Schiffsführer mehrmals im Jahr übt.
  • Der Wechsel des Steuerstandes bei der Anfahrt von Schiffstationen ist ein Manöver, das von jedem ZSG-Schiffsführer rund 8000 Mal pro Jahr ausgeführt wird.

 «Wir werden auch die weitere Aufklärung der Unfallursache bestmöglich unterstützen. Darüber hinaus nehmen wir den abschliessenden SUST-Bericht nochmals zum Anlass, unser tiefes Bedauern darüber auszusprechen, dass bei dem Unfall 22 Fahrgäste und zwei Mitarbeitende verletzt wurden», so ZSG-Direktor Roman Knecht.

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