Geschichte der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft
19. März 1834
Die beiden Unternehmer Franz Carl Caspar (Gründer der „Dampfschifffahrtsgesellschaft für den Bodensee und Rhein") und Johann Jakob Lämmlin (Fachmann auf technischem Gebiet) gründen das Unternehmen „Caspar und Lämmlin, Unternehmer der Dampfschiffahrt auf dem Zürcher- und Walensee" und geben das erste Schiff bei der Maschinenfabrik William Fairbairn in Manchester in Auftrag.
19. Juli 1835
Der erste Zürichseedampfer und damit das erste eiserne Schiff auf dem europäischen Kontinent, „Minerva" nimmt seinen Betrieb auf. Zu dieser Zeit gab es noch keine Eisenbahn (1847 erst nahm die „Spanisch-Brötlibahn" ihren Dienst auf) und das erste Auto wurde erst ein halbes Jahrhundert später gebaut.
1837-1839
Die beiden Unternehmen „Linth-Escher AG" und „Republik AG" bauen ebenfalls je ein Schiff mit dem Namen der Gesellschaft und greifen in das Geschäft auf dem Zürichsee ein.
1839 - 1842
Fusion der drei Gesellschaften zur Zürichsee- und Walenseegesellschaft AG.
1869
Fusion mit dem Unternehmen „Dampfbootgesellschaft linkes Ufer" zur „Dampfbootgesellschaft für den Zürichsee".
1874
Die Nordostbahngesellschaft, Gründerin der linksufrigen Eisenbahn, übernimmt den gesamten Schiffspark auf dem Zürichsee zu sehr günstigen Konditionen.
1890
Aus Widerstand gegen die drohende Einstellung des Schiffsbetriebes auf dem Zürichsee (die Eisenbahn ist immer stärker auf dem Vormarsch) wird in Zürich die „Zürcher Dampfboot-Aktien-Gesellschaft" ins Leben gerufen. Diese verfügt über ein Aktienkapital von 1200 Aktien à je 500 Franken. Zur Sicherung eines tramähnlichen Vorortverkehrs auf dem Zürichsee wird eine Serie von neun Schraubendampfern in Auftrag gegeben. Diese Dampfschwalben sollen den Nahverkehr rund um Zürich gewährleisten und verkehren ab 1892/93 regelmässig von der Rathausbrücke nach Wollishofen und Tiefenbrunnen sowie nach Küsnacht und Thalwil.
1894-97
Dank guten Personenfrequenzen werden drei grosse Schraubenraddampfer für je 180 - 300 Personen in Dienst gestellt. Diese tragen die Namen Waedenswil, Speer und Zürich.
1900
Die Zürcher Dampfbootgesellschaft übernimmt die 1894 gegründete „Dampfbootgesellschaft Wädenswil". Mit insgesamt zwölf Schraubendampfern verfügt die Gesellschaft nun über die grösste Schiffsflotte der Schweiz.
1902
Die kleineren Boote werden verkauft und dafür zwei weitere grössere Schrauben-Dampfboote angeschafft.
1903
Die Zürcher Dampfbootgesellschaft übernimmt auch die Schiffe der Nordostbahngesellschaft, die in die Bundesbahnen integriert wurde.
Erwähnenswert ist dabei vor allem der Raddampfer Helvetia (Baujahr 1875), mit einer Kapazität von 1200 Personen.
1904
Beim Umbau eines Schraubendampfers wird erstmals mit einem Dieselmotor experimentiert. Als Folge davon wird der Dampfer in Motorschiff Uto umgetauft und ist das erste Motorschiff auf schweizerischen Gewässern. Da die Dieselmotoren zu Beginn aber sehr unzuverlässig sind, wird erst im Jahre 1934 das erste voll einsatzfähige Motorschiff gebaut (MS Etzel). Dieses verkehrt noch heute im Dienste einer privaten Gesellschaft auf dem Zürichsee.
1909
Der Schiffsverkehr lässt sich mit den kleinen Schraubendampfern nicht mehr bewältigen. Deshalb wird das bei der Gesellschaft Escher-Wyss gebaute Dampfschiff Stadt Zürich in Betrieb genommen.
1914
Das Schwesterschiff der "Stadt Zürich", das DS Stadt Rapperswil geht vom Stapel.
1914 - 1945
Mit einem Flottenbestand von fünf Raddampfern, zehn Schraubendampfern und einem Motorschiff tritt die ZDG in die schwierige Zeit während und zwischen den beiden Weltkriege ein. Diese bringen grosse Rückschläge und können nur dank grossen Opfern des Personals überwunden werden. Während der ganzen Zeit kann der Querverkehr im oberen und unteren Seeteil aufrecht erhalten werden.
Während dieser Zeit werden auch nach und nach alle dampf-betriebenen Boote durch Motorschiffe ersetzt. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wird mit der Erneuerung des Flottenbestandes begonnen. Nach und nach werden ein Dampfer nach dem anderen ausrangiert und verschrottet.
1952
Mit der MS Linth wird das erste 3-stöckige Schiff auf dem Zürichsee in Betrieb genommen.
1955
Inbetriebnahme MS Glärnisch. Das Schiff wurde im 2006 verkauft und liegt nun als fest stationiertes Restaurant im Hafen von Wädenswil.
1957
Aufgrund der technischen Entwicklungen wird die „Zürcher Dampfbootgesellschaft" in „Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft" ZSG umbenannt.
Das Motorschiff Säntis fährt neu über den Zürichsee. Das Schiff wird im Winter 2006/2007 komplett renoviert.
1958
Die altehrwürdige „Helvetia" leistet ihren letzten Dienst und wird im Jahr 1964 verschrottet. Überlebende aus der Dampfschiffzeit sind nur noch die beiden Schaufelraddampfer Stadt Zürich und Stadt Rapperswil. Diese konnten glücklicherweise dank der in den folgenden Jahren zunehmenden Wertschätzung für das Historische gerettet werden.
Im gleichen Jahr nimmt das MS Limmat den Betrieb auf dem Zürichsee auf.
1962
Das MS Bachtel nimmt den Dienst auf dem Zürichsee auf.
1964
Das Motorschiff Helvetia, mit einer Personenkapazität von 1200 Personen, wird zum Flaggschiff der ZSG und ist es bis heute.
1968
MS Wädenswil nimmt seinen Dienst auf dem Zürichsee auf.
1990
Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft wird in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.
1992/93
Die drei Limmatboote Felix, Regula und Turicum nehmen ihren Dienst auf der Limmat und im unteren Seebecken auf.
1997-99
Die drei fast identischen Panoramaschiffe Albis, Pfannenstiel und Üetliberg gehen von Stapel und werden innert Kürze zu Publikumslieblingen. Sie werden vor allem gerne gemietet oder für Traumschifffahrten eingesetzt.
2001
Zeitgleich nehmen die beiden kleinsten Schiffe (abgesehen von den Limmatbooten) der Zürichsee-Flotte MS Forch und MS Zimmerberg ihren Dienst auf.
2007
Heute umfasst die ZSG-Flotte 17 Schiffe. 15 Motorschiffe, davon 3 Limmatboote und die besagten beiden Schaufelraddampfer. Neustes Mitglied der Flottenfamilie ist das im März 2007 getaufte 700-Personenschiff MS Panta Rhei.
Wie schon 1835 wird damit auf dem Zürichsee eine neue Ära in der Schifffahrt eingeläutet...
